Gemeinsame Stellungnahme von Allos und Bioland
In einem von Öko Test im Januar 2009 untersuchten Allos Raps-Honig in Bioland-Qualität aus Deutschland wurden Rückstände aus Pflanzenschutzmitteln festgestellt.
Die Bio-Imker haben keine verbotenen Mittel angewendet. Die Belastung ist durch Umwelteinflüsse aus der konventionellen Landwirtschaft entstanden. Die festgestellten Rückstände liegen weit unter den zulässigen Höchstgehalten der gesetzlichen Rückstandshöchstmengen-Verordnung. Sie sind um das Zehn- bis Hundertfache niedriger als für konventionellen Honig erlaubt und sind daher als unvermeidbare geringfügige Spuren zu bewerten.
Folgend die ausführlichen Hintergrundinformationen:
Die Untersuchungsergebnisse
Wirkstoff | Befund durch Öko Test | Zulässiger Höchstwert der Rückstands- Höchstmengen-Verordnung |
Boscalid (ein Fungizid, das gegen den Pilzbefall Schwarz- u. Weißstängeligkeit eingesetzt wird. Es gilt als bienen-ungefährlich und wird direkt in die Blüte gespritzt) | 0,007 mg/kg | 0,5 mg/kg |
Thiacloprid (Insectizid unter dem Handelsnamen Biscaya ein Mittel gegen den Rapsglanzkäfer. Es wurde im Jahr 2007 als neues Mittel erstmalig zugelassen, da der Käfer gegen viele andere Stoffe bereits resistent ist. Es gilt als bienenungefährlich und darf direkt in die Blüte gespritzt werden) | 0.026 mg/kg | 0,2 mg/kg |
Rückstände durch Umwelteinflüsse aus konventioneller Landwirtschaft
Die Rückstände resultieren nicht aus einer Anwendung des Imkers, sondern aus Umwelteinflüssen aus der konventionellen Landwirtschaft.
Rückstände weit unter zulässigen Höchstgehalten
Die festgestellten Rückstandsmengen bleiben weit unter den zulässigen Höchstgehalten der gesetzlichen Rückstandshöchstmengen-Verordnung. Sie liegen um das Zehn- bis Hundertfache niedriger als für konventionelle Honige erlaubt.
Ökologische Betriebsweise der Bioland Imker
Bioland Imker sorgen mit ihrer ökologischen Betriebsweise dafür, dass Schadstoffe (z.B. durch Medikamente, Anstriche, verwendete Materialien und Bienenberuhigungsmittel), die durch die Imker selber entstehen können, vermieden werden.
Rapshonig: wichtige Trachtpflanze für die Bio-Imkerei
Raps-Honig wird weltweit in großem Maßstab angebaut. Auch in Deutschland ist die Rapsblüte eine außerordentlich wichtige Trachtpflanze für die Bio-Imkerei, da sie bei den Bienen und den Verbrauchern, die den milden cremigen Geschmack des Raps-Honigs schätzen, gleichermaßen beliebt ist.
Da er bereits im April/Mai blüht, liefert er den Bienen aufgrund seines attraktiven Nektars und seines hochwertigen Pollens eine hervorragende Aufbautracht. Daher entwickeln sich die Bienenvölker besonders gut. Ferner begünstigt die Rapsblüte auch die Verbreitung von Hummeln, Wildbienen und anderen Insekten. Die Bestäubung durch Bienen steigert die Raps-Erträge, wovon wiederum die Landwirtschaft profitiert.
Wie es zu Rückständen kommen kann
In dem festgestellten Bereich sind diese Belastungen für Raps-Honig aus folgenden Gründen kaum vermeidbar:
In Deutschland werden jährlich ca. 1,5 Mio ha Raps angebaut. Der Anbau hat deutschlandweit in den letzten 10 Jahren deutlich zugenommen, denn zunehmend wird Raps nicht mehr nur als Lebens- und Futtermittel, sondern auch für Agro-Sprit eingesetzt.
Laut eines Infoblattes der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e.V. gibt es für Imker kaum eine Möglichkeit, einer Rapstracht auszuweichen, da durch den zunehmenden Rapsanbau im Sammelareal nahezu aller Bienenvölker in Deutschland Raps anzutreffen ist.
Dies trifft auch für Bio Imker zu. Sie sind aber auch ebenso wie konventionelle Imker existenziell auf die Frühtracht inklusive Rapstracht angewiesen. Durch den verbreiteten Rapsanbau und z.B. zurückgehenden Streuobstflächen und Brachflächen stehen im zeitigen Frühjahr kaum andere nennenswerte Bienenweidepflanzen zur Verfügung.
Raps ist für Bienen attraktiv
Dazu kommt, dass der Raps für Bienen sehr attraktiv ist. Sie fliegen 3 km, wenn es sein muss auch 6 km weit, um für sie interessante Nahrungsquellen zu besuchen. Sie befliegen auch nicht unbedingt das Feld, das direkt vor ihrer ‚Haustür’ liegt und der Imker für sie ausgesucht hat, sondern können durchaus ein weiter entfernt gelegenes Feld bevorzugen.
Die Gründe dafür sind unbestimmt. Möglicherweise reagieren sie auf spezielle Nektardüfte, Nektarzuckerwert oder Pollenattraktivität der unterschiedlichen Raps-Sorten.
Leider werden durch den großflächigen Anbau auch die Entwicklung von Raps-Schädlingen und die
Entstehung von Pilzerkrankungen gefördert. Gegen verschiedene Pflanzenschutzmittel sind Resistenzen bekannt, so dass von Zeit zu Zeit neue Wirkstoffe zum Einsatz kommen. So z.B. das gefundene Thiacloprid, das erst 2007 auf den Markt kam.
Tendenz zu bienenfreundlichen Mitteln
Mehr und mehr geht die Tendenz in der Landwirtschaft zum Einsatz sogenannter bienenfreundlicher Mittel. Dies hat allerdings zur Folge, dass von den Landwirten unbedachter mit solchen Pestiziden umgegangen wird, da sie fälschlicherweise der Meinung sind, sie würden mit diesen Mitteln keinen Schaden anrichten.
Hierzu wird von den Imkern sehr viel Aufklärungsarbeit betrieben, um solche Probleme in Zukunft weiter zu reduzieren.
Ökolandbau reduziert negative Einflüsse der Intensivlandwirtschaft
Aber auch der Verbraucher kann durch die Unterstützung des ökologischen Landbaus und der ökologischen Imkerei dazu beitragen, damit Umwelt, ökologische Vielfalt und Lebensmittel vor den Einflüssen einer Intensivlandwirtschaft geschützt werden.





