Allos Honig-Marktbericht 2010

 

Als Naturprodukt unterliegt Honig schon immer gewissen erntebedingten
Schwankungen. Besondere Honigsorten können in manchen Jahren kaum
geerntet werden, da die Vegetation sehr witterungsabhängig ist und Bienen sehr sensibel auf äußere Umstände reagieren.
Die Honig-Rohwarenpreise sind seit neuestem um ca. 30% wieder deutlich
angestiegen. Schlechte Ernten in Europa bedingt durch ungünstige
Klimaverhältnisse und ein anhaltendes noch ungeklärtes Bienensterben weltweit führten zur Knappheit der wertvollen Süßigkeit. Besonders katastrophal ist die Akazienhonigernte in Osteuropa im Frühsommer 2010 ausgefallen. Durch extreme Regenfälle und Überschwemmungen, konnte nur ein Drittel der sonst üblichen Mengen geerntet werden. Dementsprechend sind die Preise besonders für Akazienhonig angestiegen.

Die Hintergründe

In fast allen Ländern der Welt wird Bienenhaltung betrieben und Honig erzeugt, woraus ein wichtiger Zusatznutzen entsteht, denn rund zwei Drittel der wichtigsten globalen Nahrungspflanzenproduktion sind von der Bestäubung durch Bienen abhängig. Seit jeher sind die Menschen aller Kulturen von der Lebensweise der Bienen und ihrem köstlichen Produkt Honig fasziniert. Schon seit Jahrtausenden ist Honig ein begehrtes Handelsgut. Heute darf Honig aus 35 Drittländern in die EU eingeführt werden. Der überwiegende Teil stammt aus den klimabegünstigten Regionen der Erde. Daher werden in Mexiko, Mittel- und Südamerika die größten Honigmengen geerntet. Verständlicherweise wird in eben solchen Regionen auch der meiste Bio Honig erzeugt. Die Erntemengen in den Haupterzeugerländern sind also von entscheidender Bedeutung für das gesamte weltweite Honigangebot. Haben diese Länder schlechte Ernten zu verzeichnen, so verknappt sich die süße Ware und die Preise steigen.

Zusammen mit Japan und den USA zählt Deutschland zu den weltweit größten
Honigimportländern. Die jährlich nach Deutschland importierten Mengen stammen etwa zur Hälfte aus Süd- und Mittelamerika. Auch in Europa gibt es aufgrund der Vegetation begünstigte Regionen. Spanien, Rumänien, Ungarn und Italien sind die Honigländer Europas. Doch seit einigen Jahren gehen auch hier die Honigerträge zurück.

Der gesamte Honigbedarf in Deutschland kann durch heimische Produktion selbst bei guten Bedingungen und ohne Bienenverluste nur zu 20 % gedeckt werden. Es gibt in Deutschland vergleichsweise wenig Berufsimker, da die Honigernte hier als Existenzgrundlage oftmals nicht ausreicht. Somit stammt die Haupthonigerzeugung in Deutschland von Hobby- und Nebenerwerbsimkern.

Weil Bienenvölker fehlen, wird Honig immer kostbarer. Verschiedene Faktoren sind dafür verantwortlich.

Faktor Klima
Veränderte Klimabedingungen bewirken Änderungen in der Vegetation. In
Südamerika steigen die Temperaturen und die Grenzen der tropischen Regionen
verlagern sich. In Südeuropa sind die Sommer seit einigen Jahren derart trocken und heiß, dass manche Honigernten komplett ausfallen. Die letzten Winter dagegen sind in Westeuropa zu mild, so dass diesem Klima angepasste Bienen keine richtige Winterruhe mehr halten und durch die fehlende Brutpause einen schlechten Start im Frühjahr haben.

Faktor Bienenkrankheiten
Seit etwa 30 Jahren sind fast ausnahmslos alle Bienenvölker auf unserem Planeten von der Varroa-Milbe, einem Bienenparasit, befallen. Dies beeinträchtigt die Bienenvölker mehr oder weniger stark, je nach äußeren Bedingungen und zusätzlichen Umweltbelastungen, die auf die Bienen einwirken. Die Vitalität der Bienenvölker wird durch weitere Stressfaktoren belastet und sie werden anfällig für Folgekrankheiten, die durch Bakterien und Viren verursacht werden.

Faktor Pestizidbelastung
Eine verarmte und durch industrialisierte Landwirtschaft pestizidbelastete Natur sind ein schlecht geeigneter Lebensraum für Bienen. Seit neuestem zeichnet es sich ab, dass Bienen mehr und mehr durch Pestizide geschwächt werden. Bienen reagieren wie fast alle Insekten sehr empfindlich auf Umweltgifte und das seit Jahren in vielen Ländern zu beklagende Bienensterben könnte u.a. auf eine hohe Pestizidbelastung zurück zu führen sein.

Fazit

Es ist wichtig, die Imkerei zu fördern und die Bienen vor schädlichen
Umwelteinflüssen zu bewahren. Am ehesten wird dies durch Bio-Anbau
gewährleistet, denn ökologisch bewirtschaftete Flächen stehen giftigen Spritzmitteln nicht mehr zur Verfügung. Eine Stärkung des Bio-Landbaus hilft Imkern und ihren Schützlingen. Weltweit sind Bienen nicht nur für die Erhaltung von Ökosystemen von Bedeutung, sondern dienen mit ihrer Bestäubungstätigkeit der Steigerung landwitschaftlicher Erträge im Kulturpflanzenbau. Noch gibt es Bienen und Imker - zum Glück! Honig ist zwar teuer geworden aber er ist eben ein kostbares Produkt und durch kein anderes Nahrungsmittel zu ersetzen.


Allos GmbH
Mariendrebber, Oktober 2010

 

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